Montag, 9. Oktober 2017

Vom Entstehen und Vergehen dem Tod und der Sehnsucht




Wir müssen uns erlauben, Angst vor Umbrüchen zu haben, die der Tod des Alten einleitet. 
Die Todesfurcht - gleich ob es um den Tod des Körpers, einer Denkweise, einer Beziehung, einer Lebenssituation oder eines Traums handelt - muss ganz bewusst erlebt und dann überwunden werden, damit es zu neuem, gesundem Wachstum kommen kann.

Unterschied zwischen Behandlung und Heilung:

Eine Behandlung oder Kur kann vielleicht Symptome beseitigen, während Heilung sehr viel tiefer ansetzt und sich mit den Ursachen der Krankheit befassen muss.
Heilung steht erst am Ende einer Reise, auf der das Leben in allen Aspekten grundlegend transformiert werden muss.

Solche Heilung schliesst nicht aus, dass man doch stirbt, aber man geht dann mit seinem geheilten Ich in das nächste Leben.

Der Tod ist nur eine Tür, die zum Weiterleben in der Welt des Geistes führt.


Alles muss sterben, damit neues geboren werden kann. Tod und Leben halten sich stets die Waage.

Auf dem Weg des Jaguars können wir den Ausgleich zwischen zwei Polen finden:


  • einen zupackenden Leben, in dem wir beherzt unsere Chancen wahren
  • und eine empfänglichen, hinnehmenden Lebenshaltung, die es uns erlaubt, uns dem übergreifenden Schöpfungsprozess zu überlassen.
Es ist ein subtiles tänzerisches Spiel der aggressiven Männlichen Energie und der empfänglichen weiblichen Energie.



Der Jaguar lehrt uns, nicht zu horten, nicht mehr zu nehmen als wir brauchen, das Mutter Erde uns mit allem reichlich versorgt.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass das, was uns hinter der nächsten Kurve erwartet, besser ist, als wir jetzt erkennen können.

In der Auseinandersetzung mit dem Jaguar lernen wir, dass wir die Vergangenheit hinter uns lassen können, und von da an verfügen wir über mehr Optimismus und Einfallsreichtum.


Die untergehende Sonne bereitet uns keine Sorgen, sondern wir freuen uns an den Sternen des Abendhimmels und wissen, dass die Sonne zur rechten Zeit wieder aufgehen wird.

Mögliche Verluste - unserer Jugend, unserer Habe, unserer Lieben, unserer Gesundheit - beschäftigen uns nicht mehr gar so sehr. Wir entwickeln eine gesunde Beziehung zum Tod.

Entropie:

Der Betriff "Entropie" beschreibt ein physikalisches Gesetz, nach dem sich alles im Universum nach und nach von einem ungeordneten Zustand in Richtung Unordnung, Chaos und Tod bewegt.
Aber vorübegehende Unordnung und Orientierungslosigkeit sind die notwendigen Bedingungen einer Reorganisation auf höherem Niveau.

Im Westen des Medizinrades setzen wir uns mit Zerstörung und Wiedergeburt auseinander, mit der natürlichen Ordnungs des Universums.
Im Hinduismus wird der Zyklus von Zerstörung und Widergeburt von den Trimurti repräsentiert, den drei Hauptgottheiten des Kosmos: 
  • von Brahma, dem Schöpfer
  • Vishnu, dem Erhalter und
  • Shiva, dem Zerstörer
Unsere Angst und verflüchtigst sich, wen wir uns ihr gestellt haben, wenn wir Verlust und Verzweiflung bis ins Mark gespürt haben, wenn wir die Angst nicht mehr leugnen und nicht mehr weglaufen.

Wir lassen und auf das Chaos der Schöpfung ein, dieser Ursuppe, aus der neues Leben kommt. Wir lassen zu, dass uns das Unbekannte tief verunsichert, wir lass die Sicherheit des Standes hinter uns und wagen uns im Bewusstsein der Risiken, aber auch der Chancen in unbekannte Gewässer.

Liebe kennt keine Garantien. Rumis sagt zu seiner Geliebten: "Denn ich habe aufgehört zu sein, nur du bist noch da".
Alle Liebe ist im Grunde genommen die Sehnsucht nach dem Geist, dem wahren Geliebten, ist und ich eigentliche nicht den Verlust meiner jeweiligen Partnerin fürchtete, sondern mich die Angst bewegte, dass ich mich nicht finden würde.