Dieses Rezept erfand Hildegard von Bingen. Die für ihre Heilkunst berühmte Äbtissin wusste schon im 11. Jahrhundert, dass Muskat und Zimt die Stimmung aufhellen.
Die deutsche Universalgelehrte Hildegard von Bingen (*1098 – †1179) sprach dem Dinkel wahre Wunderwirkung zu: „Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit. Und wie immer zubereitet man ihn isst, sei es als Brot, sei es als andere Speise, ist er gut und lieblich und süß.“
Dinkel aus dem Bioladen stammt oft noch vom Urkorn her, trägt klangvolle Namen wie Oberkulmer Rotkorn, Altgold Rotkorn, Neuegg Weißkorn, Bauländer Spelz oder Roter Tiroler– und lässt auch die bingelige Hildegard freudig zum Muskatfass greifen…
Zutaten
Für ca. 80 Plätzchen
150 g Butter
2 Eier
200 g Vollrohrzucker
300 g Dinkelmehl Typ 630
200 g gemahlene abgezogene Mandeln
2 gestrichene EL Ceylon-Zimt (15 g)
2 gestrichene EL geriebene Muskatnuss
1 Messerspitze Nelkenpulver
Etwas geriebene Zitronenschale
1 TL Backpulver
Zum Bestreichen: 1 EL Milch, 1 Eigelb, Mandelplättchen
Zubereitung
Schritt 1: Die Butter mit einem Schneebesen schaumig schlagen und mit dem Zucker, zwei Eiern (Zimmertemperatur) und einer Prise Salz gut verrühren.
Schritt 2: Muskat, Zimt (Cumarin in Zimt), Nelkenpulver und geriebene Zitronenschale mit Mehl, Backpulver und den gemahlenen Mandeln mischen, dann mit einem Knethaken mit der Butter-Zucker-Mischung verkneten. Etwa eine Stunde kaltstellen.
Schritt 3: Aus dem Teig Rollen formen (Durchmesser 4 Zentimeter), in Haushaltsfolie wickeln und nochmals kaltstellen, am besten über Nacht.
Schritt 4: Backofen vorheizen. Die Teigrollen in 0,5 Zentimeter dicke Scheiben schneiden, auf ein gefettetes Backblech legen, mit Milch und verquirltem Ei bestreichen, dann mit Mandelplättchen dekorieren. Die Menge der Kekse halbieren und jeweils bei 200 Grad sechs Minuten lang backen.
Tipps
Hildegard von Bingen verfolgte mit ihren Rezepten therapeutische Ziele: Die Nervenkekse enthalten relativ viel Muskat. Muskat in größeren Mengen wirkt berauschend. Die bei den Zutaten angegebene Menge sollten Sie deshalb nicht bedenkenlos erhöhen. Kinder werden von sich aus kaum zulangen: Die Kekse schmecken sehr herb, kräftig, wenig süß: nicht wie typisches Weihnachtsgebäck.
In der „Hildegard-Medizin“ spielt Vollkorn-Dinkel eine große Rolle. Dinkel, die Urform des heutigen Weizens, enthält mehr Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß als Weizen und hat zudem einen sehr würzigen, nussigen Geschmack. Er eignet sich gut zum Backen. Das Mehl ist erhältlich in Reformhäusern, in Bioläden und in gut sortierten Supermärkten.
Wir haben die Kekse in zwei Schüben gebacken. Ein Trick, der beim Plätzchenbacken fast immer angesagt ist, da so alle Kekse annähernd die gleiche Bräunung bekommen.
Stichwort Gesundheit: Die ätherischen Öle in den Gewürzen helfen der Verdauung auf die Sprünge. Und der Stoff Myristicin ist unter anderem dafür verantwortlich, dass Muskat eine leicht euphorisierende Wirkung haben kann. Aber Vorsicht: Große Mengen Muskatnuss – 10 Gramm und mehr – können sogar Halluzinationen hervorrufen, bis hin zu Vergiftungserscheinungen. Also immer nur kleinere Mengen verzehren.
Stress beschleunigt den zellulären Alterungsprozess. Laut einer neuen Studie lässt sich dieser Prozess aufhalten – und zwar mit genügend Schlaf, Bewegung und einer gesunden Kost.
Die Enden der Chromosomen spiegeln das biologische Alter: Je kürzer sie sind, desto «seniler» ist die betreffende Zelle, und umso eher geht sie zugrunde. Wie schnell sich die sogenannten Telomere abnutzen, liegt unter anderem am Ausmass der seelischen Belastungen. So gibt es etliche Hinweise, dass übermässiger psychischer Stress die Verkürzung der Telomere vorantreibt.
Nicht schicksalhaft
Die stressbedingte Beschleunigung der zellulären Alterung scheint allerdings nicht in Stein gemeisselt zu sein. Sie lässt sich offenbar aufhalten, wenn man gut schläft, sich ausgewogen ernährt und viel bewegt. Hierfür sprechen zumindest die Beobachtungen amerikanischer Wissenschafter, unter ihnen der Psychiater Eli Puterman von der University of California in San Francisco.¹
Schon früher war den Forschern aufgefallen, dass zwischen der Länge der Telomere und dem Lebensstil von seelisch belasteten Personen ein Zusammenhang besteht. In der neuen Studie wollten sie nun klären, ob es sich dabei um eine kausale Beziehung handelt. Im Abstand von zwölf Monaten bestimmten sie hierzu die Länge der Telomere in weissen Blutzellen von 239 gesunden Frauen mittleren Alters. Diese gaben ausserdem wiederholt Auskunft über ihre Lebensgewohnheiten und über Ereignisse, die sie im laufenden Jahr besonders belastet hatten.
Seelische Strapazen
Wie sich zeigte, waren zwei Drittel der Frauen innert eines Jahres mindestens einem Schicksalsschlag ausgesetzt gewesen, etwa dem Tod einer nahestehenden Person, finanziellen Schwierigkeiten oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. Je mehr Strapazen dieser Art eine Probandin dabei erlitten hatte, desto stärker waren die Enden ihrer Chromosomen geschrumpft. Dieser Prozess erwies sich als unabhängig von Alter, Gewicht, Bildungsstand und Höhe des Einkommens. Massgeblich beeinflusst wurde er hingegen vom Lebensstil: So führten stark belastende Ereignisse bei Frauen, die sich regelmässig bewegten, weitgehend gesund ernährten und meist gut schliefen, zu keiner Verkürzung der Telomere – wohl aber bei solchen mit ungesunden Gewohnheiten. Wie der Lebensstil die zelluläre Alterung genau beeinflusst, geht aus der Studie nicht hervor. Laut den Forschern dürften dabei etliche molekulare Prozesse mitwirken.
Schutz der Telomere
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Die Atmung wird normalerweise ohne unser Bewusstsein gesteuert. Abhängig von unserer
Aktivität finden wir unterschiedliche Atmungsmuster: zum Beispiel tiefe Atmung beim Sport,
flache, ruhige Atmung während des Schlafes. Bei unseren täglichen Aktivitäten ist die
Atmung relativ oberflächlich, wir nutzen nur einen kleinen Teil des Lungenvolumens. Die
Tiefe der Atmung hängt auch mit unseren Emotionen zusammen - beispielsweise bei Angst,
Aufregung, und unter Stress atmen wir oberflächlich und schnell. Erstaunlich ist, dass man auch umgekehrt durch bewusste Steuerung der Atmung Einfluss auf die Stimmung und den Gedankenfluss nehmen kann. Viele Menschen warten in Spannungssituationen, bis sie «von selbst» wieder ins Gleichgewicht kommen. Je nach Situation kann das Minuten bis Stunden dauern - manchmal ist nicht einmal der Schlaf eine Rettung, sondern bleibt einem als Folge einer Anspannung versagt.
Mit der bewusst gesteuerten Atmung oder der Beobachtung des Atems hat jeder ein Mittel
zur Hand, das ihm hilft, schneller seine Mitte wieder zu finden. Die Lungen werden zu ca. 2/3 gefüllt, der Rhythmus bleibt ruhig und regelmässig – die Folgen sind Ruhe, Gelassenheit, verbesserte Konzentration, Leistungsfähigkeit, etc. Langfristig ist diese Selbsthilfe jeder von aussen kommenden Hilfe, wie Medikamente, gute Ratschläge, Verständnis, o.ä., überlegen.
Atembeobachtung
Sitzen Sie bequem auf einem Stuhl, den Rücken angelehnt, Hände ruhen auf den
Oberschenkeln. Vorerst die Aufmerksamkeit auf den Körper richten, spüren Sie, wie es dem Körper geht und wie er sich anfühlt (Entspannung, Schmerzen, Ziehen, o.ä.). Bei Bedarf
Sitzhaltung anpassen. Dann die Aufmerksamkeit auf den Atem richten; einfach beobachten, wie der Atem kommt und geht – ohne ihn verändern zu wollen. Sobald Gedanken
abschweifen, sie wieder zurückholen und auf den Atem richten. Allmählich das Einatmen ein wenig tiefer, das Ausatmen etwas langsamer werden lassen. Eine kurze Pause zwischen dem Aus- und Einatmen halten. Die Aufmerksamkeit bleibt bei der Wahrnehmung des Atems.
Allgemeine Hinweise zu den geführten Atemübungen
Zum besseren Wahrnehmen der Atembewegungen legen Sie die Hände auf die Körperstelle,
mit der Sie atmen, ohne Druck auszuüben.
Bei allen Atemübungen entspannt gerade sitzen, möglichst mit geschlossenen Augen üben
Schultern und Arme entspannen (ev. kurze Lockerungsübungen)
Durch die Nase atmen
Vor jedem Atemzug ganz ausatmen, Bauch leicht einziehen (ohne Anspannung)
Nach jedem Ein- und Ausatmen machen Sie eine kurze Atempause (ca. 1-3 Sekunden)
Immer entspannt atmen, ohne Druck. Wenn Sie merken, dass Ihnen «die Luft ausgeht» oder schwindlig wird, atmen Sie einige Atemzüge im gewohnten Rhythmus
Jede Übung 3 - 10 x wiederholen, danach Hände an die Knie / Oberschenkel und nach gewohntem Rhythmus atmen
Untere Atmung (Bauchatmung)
Unter Stress neigt der Mensch dazu, oberflächlich und schnell zu atmen. In solchen
Momenten kann man gezielt «mit dem Bauch» atmen, um sich wieder zu sammeln. Natürlich
muss dies vorerst geübt werden, am besten in Ruhesituationen (z.B. morgens nach dem
Aufstehen und abends nach der Arbeit).
Übung: Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen, die inneren Organe werden
dadurch etwas nach unten und nach vorne gedrückt. Die Hauptbewegung geht nach vorne.
Hände an den Bauch, ganz ausatmen
Einatmen, Bauch nach vorne wölben - kurze Pause
Ausatmen, Bauch einziehen - kurze Pause
Mittlere Atmung
Die Rippen werden beim Einatmen seitlich gedehnt. Darauf achten, dass die
Hauptbewegung seitlich gerichtet ist; noch nicht weiter nach oben einatmen.
Hände seitlich an die Rippen, ganz ausatmen
Einatmen, Rippen seitlich dehnen - kurze Pause
Ausatmen, Rippen zusammenziehen, Bauch gleichzeitig leicht einziehen - kurze Pause
Obere Atmung
Die Hauptbewegung geht hier nach oben, die Schlüsselbeine heben sich leicht. Kopf und